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08.01.2015 - Hörkolumne: Und? Wie war Weihnachten?

Rein akustisch betrachtet, gehören die Festtage zu den anspruchsvollen Zeiten.

Es kann von Glück reden, wer Weihnachten in einer gemütlichen Berghütte verbringen durfte. Mit flauschigem Teppich auf einem unebenen Holzboden, mit Lammfell auf den Stühlen, Täfer an Decke und Wänden, mit Vorhängen und in Filzpantoffeln bietet dieses Ambiente akustisch hervorragende Voraussetzungen für ein gemütliches Fest.

Im akustischen Gegenpol, der modernen, spärlich möblierten Beton-Glas-Villa, könnte das etwas schwieriger werden. Wenn es hallt, wenn die Tischrunde gross ist, wenn womöglich noch fröhlich kreischende Kinder umherspringen, ist an eine bereichernde Unterhaltung kaum mehr zu denken. Jeder versucht dann, irgendwie „akustisch zu überleben“: Die eine hält die Hand als Trichter ans Ohr, der andere fragt bei jedem zweiten Satz nach.

Doppelt schwer hat es, wer ohnehin schon nicht mehr so prächtig hört. Dem bleibt oft nur noch eine der folgenden zwei Strategien übrig: Abschalten oder in die Offensive gehen und selber ohne Unterbruch reden. Letzteres hat den kurzfristigen Vorteil, dass man selber niemandem zuhören muss. Auf Dauer sind aber beide Strategien aus naheliegenden Gründen unbefriedigend.

Dann doch lieber Hörgeräte tragen. Oder Weihnachtsfeiern nur noch in Berghütten.

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