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27.03.2015 - Hörkolumne: Briefmarken und Lastwagen

Unser Gehör ist wie eine Waage für Briefmarken und Lastwagen. Das müssen Sie sich mal vorstellen: Sie können auf diese Waage eine Briefmarke legen, oder Sie können mit einem Lastwagen drauf fahren, und beide Male zeigt die Waage das korrekte Gewicht an.

Im diesen Dimensionen registriert unser Ohr ganz leise bis sehr laute Töne. Der Schalldruck, den ein gerade eben wahrnehmbarer Ton produziert, ist nämlich rund eine Million Mal geringer als derjenige eines Düsenjets.

Das Trommelfell ist sozusagen unsere Waagschale. Ein extrem lauter Ton versetzt es in eine starke Schwingung, welche von blossem Auge sichtbar wäre, würde man denn in den Gehörgang schauen. Der ganz leise Ton allerdings, den könnte man nicht einmal mit einem Mikroskop am Trommelfell feststellen. Die Schwingung des Trommelfells ist so unvorstellbar gering, nämlich weniger als 0,1 Nanometer. Das ist weniger als der Durchmesser eines Luftmoleküls.

Das ist schon sehr erstaunlich. Geben Sie auf Ihre Ohren acht, bitte lieber Briefmarken drauf legen (zum Beispiel in Form eines Pianissimos im Violinkonzert) als mit dem Lastwagen drüber donnern!

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