Hörkolumne: Sehen für mich, hören für Dich

Wenn wir nicht gerade alleine durch den Frühlingswald spazieren und den Vögeln lauschen oder zuhause mit Kopfhörern ein Brahms-Klavierkonzert geniessen, dann ist hören meistens etwas Gemeinschaftliches: Wir tauschen uns aus, sind im Dialog mit Familie, Freunden, Arbeitskollegen.

Sehen ist diesbezüglich ein weniger gemeinschaftlicher Vorgang: Klar ist es von Vorteil, wenn wir den Sonnenuntergang sehen, den wir gerade gemeinsam bestaunen. Aber ob wir ihn super scharf sehen, spielt für das Erlebnis keine grosse Rolle.

Interessant ist, dass wir uns bezüglich einer Seh-Beeinträchtigung ganz anders verhalten als bezüglich einer Hörminderung. Können wir die Zeitung nicht mehr lesen, kaufen wir uns selbstverständlich eine Brille. Hören wir unsere Partnerin oder Enkel nicht mehr richtig, ja dann… müssen die halt etwas deutlicher sprechen.

Viele meiner Kunden haben selber nicht unbedingt das Gefühl, wirklich schlecht zu hören. Sie kommen eher ihrer Partnerin, ihrem Partner, den Kindern oder Enkeln zuliebe, weil sie merken, dass die eigene Hörminderung auch für diese mühsam ist.

Nach dem Motto: Gut sehen ist für mich, gut hören ist für Dich.



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